Aggerfreibad retten !!!

Die Verwaltung hat uns für Sanierung und Erhalt des Sprungbeckens und des 50-m Schwimmerbeckens notwendige Investitionen in Höhe von 4.887.330,- Euro mitgeteilt. Im Einzelnen 3.376.030,- Euro für die Sanierung der Becken und 1.511.300,- Euro für die Erneuerung der Technik.

Unter Berücksichtigung von Abschreibungen, Zinsen sowie des Material- und Personalaufwandes über eine Laufzeit von 20 Jahren sollen die Kosten 13.200.000,- Euro betragen. Dies entspräche jährlich einer Belastung von 660.000,- Euro.

Ausgehend von ca. 80.000 Bürgern entspricht das pro Kopf und Monat ca, 0,68 Euro für das Freibad. Allerdings wäre der Eintritt bei dieser Rechnung frei! Einnahmen sind hier nicht berücksichtigt.

Zum Vergleich: Die Stadthalle hat einschließlich Einrichtung 18.430.095,- Euro gekostet. Eine Verhältnisgleichung mit den Zahlen aus der Kostenschätzung ergibt eine jährliche Belastung von 2.488.856,- Euro. Das sind monatlich 2,59 Euro. Einnahmen ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Gestaltung von Festplatz und Fläche zwischen Stadthalle und Rathaus hat 6.462.398,- Euro gekostet. Abzüglich umlagerfähiger Beiträge und sonstiger Zuwendungen 4.104.264,- Euro. Dies entspricht monatlich 0,58 Euro. Einnahmen sind damit nicht zu erzielen. Die vollständige Kostenschätzung der Verwaltung hier zum Download

Die Konsequenzen aus dem Wegfall der tiefen Becken für die DLRG sind dramatisch und perspektivisch sind davon alle Troisdorfer betroffen. Die DLRG Troisdorf hat über 600 Mitglieder. Es gibt im Kreis weitere, kleinere Ortsgruppen aber Troisdorf ist das Ausbildungszentrum für alle anderen Ortsgruppen. Somit sprechen wir von rund 5.000 betroffenen Rettungsschwimmern im gesamten Kreis und rd. 600.000 Bewohnern.

Werden die Umbaupläne so wie jetzt geplant durchgeführt, wird die DLRG den Standort in Troisdorf möglicherweise aufgeben müssen. Sie können nicht mehr für den Ernstfall trainieren, sowohl was die körperliche Fitness als auch die Handhabung bestimmter Rettungswerkzeuge betrifft und sie können nicht mehr ausbilden.

Wenn 5.000 Rettungsschwimmer im Rhein-Sieg-Kreis, Bademeister, Schwimmlehrer und eine unbekannte Zahl von weiteren Lehrpersonen nicht über die notwendige körperliche Fitness und Qualifikationen verfügen, weil sie keine Möglichkeit mehr haben um notwendige Kompetenzen zu erlernen, kontinuierlich ihre Fähigkeiten zu üben und Fitness zu trainieren, keine Rettungsschwimmer-Zertifikate ablegen - oder verlängern können, ist das eine massive Qualitätseinbuße mit Folgen für alle Bewohner im Kreisgebiet.

Ob das alle an den Entscheidungsvorgängen und Umbauplanungen bei ihrem Tun berücksichtigt haben? Uns scheint die Frage mehr als berechtigt. Wer wird die Verantwortung übernehmen, falls etwas passiert?

Das Bürgerbegehren zum Erhalt des Freibades in Troisdorf wurde am 20.12.2018 förmlich gem. § 26, Abs. 2, GO NRW von den Initiatoren angemeldet. Der Eingang wurde am 22.12.2018 vom ersten Beigeordneten schriftlich bestätigt.

Die Verwaltung musste uns jetzt gem Abs. 2 Satz 4 GO NRW  eine Kostenschätzung für den Gegenstand des Bürgerbegehrens zur Verfügung zu stellen. Die Kostenschätzung muss den Bürgern bei der Unterschriftensammlung vorgelegt werden, ist also wichtiger Bestandteil der Fragestellung auf den Unterschriftenlisten.

Bis die Schätzung vorliegt, ist eine ggf. zu beachtende Frist gem Abs. 3 ausgesetzt. Wir mussten uns also mit der Formulierung der Fragestellung (Abs. 7) beeilen.

 

 

 

Wir in Troisdorf schließen wahrscheinlich unser Freibad. Das bedeutet für euch leider, dass jetzt noch einmal weitere 30.000 Besucher aus eurer Nachbargemeinde bei euch in's Becken steigen. So viele waren dem Aggerfreibad bis zuletzt treu geblieben. Wir kommen dann jetzt öfter - jedenfalls wer mobil genug ist und es bis nach Menden, Siegburg, Köln, Bonn und Königswinter schafft. Also Sorry für das Gedränge. Und natürlich vielen Dank für euer Sponsoring! Wenn es stimmt, dass ein öffentliches Freibad sich nur zu ca. 1/3 über den Eintrittspreis finanziert und ich das in etwa richtig überschlage, kosten wir euch ab nächstes Jahr nicht einmal 100.000 Euro. Also bleibt uns gewogen...

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