aggerfreibad retten !!!

Der Rat der Stadt Troisdorf hat ohne Bürgerbeteiligung jede Verfügung über das ehemals kommunale Freibad endgültig in nichtöffentliche Gremien der Betreibergesellschaften verschoben. Das bedeutet eine Beseitigung aller vorhandenen Schwimmbecken und deren Ersatz durch ein einziges Nichtschwimmerbecken. Die Wasserfläche wird auf 1/5 reduziert. Das ehemalige Freibad wird durch einen Spielplatz ersetzt. Das geplante Angebot ist primär auf Familien mit kleineren Kindern ausgelegt und legt auf aktives Schwimmen keinen Wert mehr. Die Inanspruchnahme der geplanten Attraktionen wird nach unserer Einschätzung den Aufenthalt für alle Besuchergruppen verteuern und die Interessen von Jugendlichen, Rentnern und Vereinen werden vernachlässigt. Im Rahmen der Schließung anderer kommunaler Badeanstalten früher gegebene Versprechen werden nicht eingehalten.

Nach einer öffentlichen Anfrage zu diesem Projekt durch Angelika Blauen in der Ratssitzung am 03.07.2018 befasste sich der Rat der Stadt Troisdorf auf Antrag der SPD-Fraktion vom 16.08.2018 in der Ratssitzung am 18.09.2018 wohl erstmals in einem ordentlichen Tagesordnungspunkt mit dem Projekt. Der Antrag der SPD wurde im Rat diskutiert und der Tagesordnungspunkt dann mit Beschluss der Ratsmehrheit in die Ratssitzung am 04.12.2018 vertagt. Der Beschluss der TroiKomm für den Neubau des 25-m-Außenbeckens mit Pooldeck an dem AGGUA-Hallenbad dürfte danach in der laut Protokoll der Ratssitzung vom 18.09.2018 am 29.09.2018 stattfindenden Aufsichtsratssitzung gefasst worden sein.

Die Pläne der TroiKomm zur Modernisierung des Freibades wurden dem Rat dann von der Geschäftsführung der TroiKomm in der Ratssitzung am 04.12.2018 vorgestellt. Sie sehen die vollständige Umgestaltung des Außengeländes vor. Dabei sollen vor allem die bisherigen Schwimmbecken, insbesondere das 50-m-Sportschwimmerbecken, das Nichtschwimmerbecken mit Riesen-Wasserrutsche und die Sprungtürme mit Tiefbecken wegfallen. Das Außengelände soll künftig andere, vom Besuch des AGGUA auch unabhängig nutzbare Freizeitangebote vorsehen, die auch von Drittanbietern angeboten werden können. Die Schwimmmöglichkeiten im künftigen Freibad werden auf das neue 25-m- Außenbecken mit Pooldeck beschränkt sein.

Der Rat hat in dieser Ratssitzung am 04.12.2018 dann sinngemäß über folgenden Beschlussentwurf aus dem SPD-Antrag vom 16.08.2018 mit einem von Angelika Blauen in der Sitzung beantragten Zusatz abgestimmt:

„Der Rat der Stadt Troisdorf holt alle Entscheidungen über die Zukunft des städtischen Freibades in den Rat zurück, um dort über die Frage zu diskutieren und zu entscheiden oder die Bürger über diese Frage in einem Ratsbürgerentscheid entscheiden zu lassen.“

Dieser Antrag wurde von der Ratsmehrheit abgelehnt.

Der Rat hat sich damit aus der Frage, ob Troisdorf nach 80 Jahren auch in Zukunft ein Freibad als freiwillige Leistung an seine Bürger behält verabschiedet. Die Entscheidung wird dem nicht-öfffentlich beratenden Aufsichtsrat der TroiKomm und den Fachabteilungen der Unternehmen TroiKomm bzw. AGGUA GmbH übertragen und ist somit den Troisdorferinnen und Troisdorfern entzogen.

Die Troisdorfer Susanne Meinel, Luise Knobloch und Stefan Eich haben sich daraufhin entschlossen, einen Versuch zu unternehmen den Erhalt im Wege eines Bürgerbegehrens durchzusetzen.


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