Für die eins-zu-eins-Sanierung des Aggerfreibades gäbe es von der Förderung des Schwimm- und Wassersportes und unserer Vereine über den Erhalt einer historisch begründeten Schwimm- und Kulturstätte bis zum Erhalt eines für alle Schichten attraktiven, erschwinglichen und gesundheitsfördernden Freizeitangebotes viele Argumente - aber offenbar keine Lobby.

Trotzdem hat niemand eine eins-zu-eins-Sanierung gefordert. Wenn unser Bürgerbegehren Erfolg hat, würde dennoch die vorhandene Wasserfläche trotz Neubau des „Pooldecks“ um ca. 20% verkleinert, die Außenrutsche wird abgebaut, die Nichtschwimmer- und Kleinkind-Becken werden zugeschüttet. Na gut! Zusätzliche Angebote für Kinder und ein beheiztes Nichtschwimmerbecken befürworte ich natürlich auch.

Es geht darum in Zukunft trotzdem das Schwimmen für sportliche und gesundheitsbewusste Besucher zu ermöglichen und die Bereiche zu erhalten, die auch für jugendliche und ältere Menschen attraktiv sind. Aufgabe der Politik in Troisdorf wäre, einen gesellschaftlich tragfähigen Kompromiss für ein modernes Bad zu finden, statt auf Grundlage falscher oder fadenscheiniger Argumente an der Legende der betriebswirtschaftlich einzig vernünftigen Lösung zu basteln. Unabhängig davon sollten Erholungsräume für die Bürger und Bereiche, in denen soziales und ehrenamtliches Engagement stattfinden, wie ich finde auch weiterhin von der rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung verschont bleiben.

Uns wurde vorgehalten, die Aussage, das Freibad würde geschlossen sei nicht objektiv - schließlich würde nur umgestaltet und modernisiert. Tatsächlich aber sollen die vorhandenen 2.400 qm großen Schwimmbecken zugeschüttet und durch einen Neubau von 500 qm ersetzt werden. Öffentliche Freibäder bieten je 1.000 Einwohner im Bundesdurchschnitt 50 qm Wasserfläche (Sportstättenstatistik der Länder). Troisdorf hätte nach dem Umbau 6 qm. Kann man da ernsthaft von einem Freibad sprechen? Ich finde, das kommt der Schließung gleich.

Auch nicht stichhaltig ist das Argument, eine 4,8 Mio teure Investition würde zwangsläufig zu Eintrittspreisen führen, die niemand mehr bezahlen könne. Jeder, der sich damit beschäftigt findet schnell heraus, dass ein Freibad selten mehr als 30% der Kosten erwirtschaftet. Es ist noch niemand bei klarem Verstand der absurden Idee verfallen, die Kosten vollständig auf den Eintrittspreis umzulegen. Natürlich handelte es sich um ein subventioniertes Erholungsangebot an die Bürger und um eine Investition in die Attraktivität Troisdorfs als Wohn- und Lebensort. Das wäre Stadtentwicklung mit dem Ziel junge, gebildete und kreative Menschen nach Troisdorf zu ziehen. Ich bezweifle, dass das vorliegende, einseitige Konzept in dieser Richtung wirkt.

Und wer auf die Kosten verweist sollte dabei nicht unterschlagen, dass das AGGUA, auch wenn man die Spaß- und Saunabereiche isoliert betrachtet keineswegs eine Goldgrube ist. Wir Steuerzahler subventionieren auch die eher hochpreisigen Angebote, die keineswegs von allen genutzt werden. Warum also nicht das Freibad?


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