Aggerfreibad retten !!!

Zweifel, Ärger, Müdigkeit, zeitweilige Euphorie und Frustration sind vergessen. Bei der Ratssitzung, am 7.5. 2019 wurde nicht nur die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens festgestellt. Auf Antrag von Alexander Biber wurde der Antrag des Bürgerbegehrens zu 100 % angenommen. Die Ratsmitglieder haben die Fragestellung des Bürgerbegehrens übernommen und abgestimmt. Diese lautete, etwas umständlich, aber aus formalen Gründen so schwierig verständlich, dafür rechtlich korrekt: „Sollen die von der Stadt Troisdorf entsandten Mitglieder im Aufsichtsrat der TroiKomm und der Vertreter der Stadt Troisdorf in der Gesellschafterversammlung der TroiKomm damit beauftragt werden, über gesellschaftsrechtliche Weisungen die Geschäftsführung der AGGUA GmbH zu verpflichten, dass bei der Modernisierung des Troisdorfer Freibades das 50 m Schwimmerbecken und das Tauchbecken mit einem sanierten Sprungturm erhalten bleiben?“

Die Mitglieder des Rats haben fast einstimmig dafür gestimmt, es gab nur 2 Enthaltungen. Damit ist dieses Bürgerbegehren das erste erfolgreiche in der Geschichte der Stadt Troisdorf, das auch ohne Änderung angenommen wurde.

Was wir gerne noch klarstellen möchten!

Es folgte eine Diskussion, in der die Vertreter aller Parteien ihren Standpunkt erläuterten. Unglaublich, aber wahr, wurde dem Bürgerbegehren vorgeworfen, die Bedürfnisse der Nichtschwimmer außer Acht gelassen zu haben. Die Parteien mögen sich jetzt streiten, vielleicht müssen leider solche Eitelkeiten und Polemik im Politikalltag sein. Wichtig ist doch, dass dieses Mal fast alle Parteien den Beschluss mittragen. Was wir erreichen wollten, haben wir erreicht, jetzt geht es „nur“ noch um die operative Umsetzung. Gewonnen haben das Aggerfreibad und die Bürger der Stadt.

Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben.

Die Übergabe von weit mehr als 8.000 Unterschriften an unseren Bürgermeister gestern setzte den Schlusspunkt unter unser Bürgerbegehren. Jetzt können wir erst einmal nichts weiter tun, als die Auszählung der formal korrekten (also vollständigen, lesbaren und kommunalwahlberechtigten) Unterschriften abzuwarten. Auch wenn manchem Teilnehmer die Angabe seines Geburtsdatums auf unserer Unterschriftenliste suspekt erschien, habe ich keinen Zweifel dass wir das erforderliche Quorum von ca. 3.700 natürlich überspringen werden.

Einige Äußerungen die gestern Nachmittag gefallen sind, stimmen aber nachdenklich und könnten darauf hindeuten, dass es damit für uns noch nicht ausgestanden ist. Im Gespräch mit der Presse und den anwesenden Unterstützern des Bürgerbegehrens verwies unser Bürgermeister darauf, dass „die Politik das entscheiden muß“. Dabei ließ er unerwähnt, dass sich ein Bürgerentscheid (§26 GO NRW) jetzt wohl nur noch mit formaljuristischen Zweifeln am Verfahren behindern ließe. Über eine Streichung des Freibades würde dann nicht mehr „die Politik“ sondern die TroisdorferInnen direkt entscheiden.

Vielleicht führt unser Votum also noch nicht direkt zu einem erneuten Diskurs über eine Neugestaltung der Planung und wir müssen uns auf eine dann sicher noch schärfere Auseinandersetzung nach der Europawahl gefasst machen.

Ich hoffe wir können wieder auf eure Unterstützung zählen.

Für die eins-zu-eins-Sanierung des Aggerfreibades gäbe es von der Förderung des Schwimm- und Wassersportes und unserer Vereine über den Erhalt einer historisch begründeten Schwimm- und Kulturstätte bis zum Erhalt eines für alle Schichten attraktiven, erschwinglichen und gesundheitsfördernden Freizeitangebotes viele Argumente - aber offenbar keine Lobby.

Trotzdem hat niemand eine eins-zu-eins-Sanierung gefordert. Wenn unser Bürgerbegehren Erfolg hat, würde dennoch die vorhandene Wasserfläche trotz Neubau des „Pooldecks“ um ca. 20% verkleinert, die Außenrutsche wird abgebaut, die Nichtschwimmer- und Kleinkind-Becken werden zugeschüttet. Na gut! Zusätzliche Angebote für Kinder und ein beheiztes Nichtschwimmerbecken befürworte ich natürlich auch.

Gastbeitrag von Armin Stross-Radschinski

Hier wurde auch gerade vom mehr oder weniger Städtischen Regiebetrieb Stadtwerke und der mehr oder weniger indirekten Tochter Aggua versucht, mit den Taschenspielertricks einer fragwürdigen Öffentlichkeitsarbeit den Rat und die Bürgerschaft auf eine vermeintliche zeitgemäße Verbesserung einzuschwören.

Was zunächst nach drückenden echten Sanierungsherausforderungen scheinbar unbedarft mit einer naiven Stichprobenbefragung auf den den Weg gebracht wurde und dann in beschönigender Form im Rat präsentiert wurde, fanden Bürger die hinter die Dinge geschaut haben nicht so bunt und lustig wie es nun händeringend verkauft werden soll.

Wer generell für eine offen gelebte Demokratie ist, sollte in jedem Fall noch die Gelegenheit nutzen am Wochenende und bis zum 9. April: sich sorgfältig selbst informieren und eigentlich in jedem Fall! Seine Unterschrift unter das Bürgerbegehren zur Erhaltung des Schwimmerbeckens und Sprungturms ... des Aggerfreibads setzen. Denn die negativen Konsequenzen der aktuellen etwas diffus verklärten Planung gehen deutlich über die privatwirtschaftlichen Interessen eines Anbieters für Freizeitbespaßung hinaus.

Jeder an der zukünftigen Entwicklung unserer Kommunalen Gemeinschaft interessierte Troisdorfer (gemeint: aus allen Stadtteilen!) sollte sich die Informationen beider Seiten ansehen und sich eine Meinung bilden. Wenn Politischen Kräfte die Entscheidungen in verborgene Gremien wegbestimmen, riecht das nach überheblicher Selbstüberschätzung. Niemand verliert, wenn die Sache vernünftig öffentlich diskutiert wird und die unter den Teppich gekehrten dramatischen Konsequenzen für unsere ehrenamtlichen Rettungskräfte erneut gewichtet werden.

Nochmal so viele wie bisher und wir haben es. Wir haben viele interessanten Gespräche mit Jung und und Alt geführt und erfreulicherweise auch häufig mit Familien, deren Kinder durchaus noch in der Altersgruppe sind, für die das Aggua den Umbau plant. Das macht Mut und bestätigt uns. Vielen Dank an alle, die unterschrieben und Unterschriften gesammelt haben.

Nochmal kurz zur Erinnerung: Wir sind samstags immer an verschiedenen Orten unterwegs, Zeiten und Locations werden Freitag davor bekannt gegeben. Auf unserer Webseite, hier, Twitter und Instagram. Außerdem könnt ihr die Unterschriften-Listen auf unserer Webseite downloaden oder in den Sammelstellen direkt unterschreiben und einwerfen. Diese findet hier ebenfalls hier und auf der Webseite.

Und bitte: Die Vorschrift verlangt Originale (keine PDFs), und die kompletten Daten, die das Formular erfragt und das am besten leserlich ;-).

Keine Sorge, die erhobenen Daten werden ausschließlich für das Bürgerbegehren benutzt und nach Durchführung vernichtet.

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